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Tucholsky-Abend am 19.01.2006 19.00 Uhr in der Aula der Torhorst – Gesamtschule
Nicht wenige gab es unter uns, die da anfangs dachten: „…oh, je, wieder mal so ein Programm mit den üblichen, auswendig gelernten Texten eines Autors, an dem wir obligatorisch teilnehmen sollen!“ Aber weitaus gefehlt! Spätestens nach den ersten komisch – ironischen, sehr authentisch dargebotenen Beiträgen der Akteure aus dem Deutsch – Leistungskurs Klasse 13 des L. – Henriette – Gymnasiums wandelte sich das Bild vom gelangweilten zum begeisterten Zuschauer eines der wohl besten Darbietungen von Schülern für Schüler! Kleine Schwierigkeiten in Sachen Beamertechnik zu Beginn der Vorstellung konnten an diesem Eindruck nichts ändern. Wir, die Zuschauer, Schüler der 11., 12., 13. Klasse der Torhorst – Gesamtschule fühlten uns in die dargebotenen Szenen aus Tucholskys Leben und seinen Werken quasi involviert, was sicher daran lag, dass alle Akteure in überzeugender Weise ihren persönlichen Zugang zu den Texten gefunden hatten und dies sehr lebhaft darboten.
Niemand hatte das Gefühl, dass in den leeren Raum gesprochen würde, es war vielmehr so, dass die Zuschauer sich in die Szenen „hineingezogen“ fühlen und diese „mitleben“ konnten. Da ging es um Zwischenmenschliches und die Unterschiede zwischen Mann und Frau, die Last der Familie, Anleitungen für Verliebte als auch um den politischen Alltag in Deutschland zu Zeiten der Weimarer Republik und unter der Naziherrschaft. Fazit: Die Darbietung: ein Knüller! Der Inhalt: ein Hammer! Das Resultat: schiere Begeisterung und Standing Ovations! Das hatten sich die Schülerinnen und Schüler des LK Deutsch vom L. – Henriette – Gymnasium auch schwer verdient, denn wie wir erfahren konnten, dauerte es mehrere Monate bis das Programm stand: vom ersten Treffen im Garten der Kursleiterin Frau Gruhne sowie intensiver Recherche zum Autor bis hin zum fertigen Skript sowie der ersten Aufführung im Herbst im KULTURKONSUM. Nicht nur das Agieren der Schüler, sozusagen das WIE der Darbietung, sondern vor allem das WAS, das gesagt wurde, löste bei den zahlreichen Zuschauern ein Zucken der Mundwinkel aus, das in Lachen überging, aber insbesondere auch zum Nachdenken anregte. Manches wurde erst auf den zweiten Blick klar, so auch der Satz: „Deutschland denkt mit links und tut mit rechts!“ Anspielungen auf das Dritte Reich und die Nazi-Diktatur zeigten Tucholsky als politisch denkenden und aktiven Autor und machten nachdenklich ob vieler aktueller Parallelen. So verging der Abend schnell und war für alle Teilnehmer komisch, witzig, spritzig, aber auch geistreich und nachdenklich stimmend. Eines war klar: die Künstler haben es durch ihre überzeugende Darbietung geschafft, sich in die Herzen der Zuschauer zu spielen und die Fangemeinde eines gewissen Herrn Tucholsky zu vergrößern! Als „Comedian“ wäre er heutzutage sicher noch immer eine unverzichtbare Größe!
Danke für diesen wundervollen Abend! Daniel Titze (Schüler des Deutsch – Leistungskurses Kl. 12 der Torhorst – Gesamtschule)
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