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JUGENDAUSTAUSCH: Junge Cineasten fahren nach Cannes
Vier Oranienburger Schüler nehmen an den internationalen Filmfestspielen teil
ORANIENBURG - Einmal im Jahr gehört die Croisette den Stars und Sternchen des Kinos. Schauspieler wie Robert De Niro, Brad Pitt oder Angelina Jolie werden auf dem berühmten Boulevard in wenigen Tagen wieder das Blitzlichtgewitter der Fotografen auf sich ziehen. Am kommenden Mittwoch beginnen die 61. Filmfestspiele von Cannes. Zwischen die Heerscharen von Journalisten am roten Teppich werden sich in diesem Jahr auch vier junge Oranienburger von der Torhorst-Gesamtschule drängeln. Das Deutsch-Französische Jugendwerk hat die 18-Jährigen und ihre Französischlehrerin Annegret Wildgrube zur „Internationalen Woche der Filmkritik“ eingeladen, auf der junge Filmemacher ihre Erstlingswerke und Zweitproduktionen zeigen. Bei der ältesten Nebensektion der Filmfestspiele werden die Jugendlichen jeden Tag zwei Filme schauen, mit Regisseuren und Schauspielern sprechen und eigene Filmkritiken schreiben. Am Ende verleiht eine Schülerjury den „Preis der (ganz) jungen Kritik“. „Wir haben sieben Tage lang ein volles Programm“, sagt Lehrerin Annegret Wildgrube. Erst vor wenigen Wochen hatte sie ihren Schülern vorgeschlagen, sich an dem Wettbewerb des Deutsch-Französischen Jugendwerkes zu beteiligen. Mit einer Rezension des französischen Films „Die Kinder des Monsieurs Mathieu“ konnten sich die Oranienburger durchsetzen. „Keiner hat gedacht, dass wir gewinnen“, erinnert sich Christian Kosslitz. Jetzt gehört er mit Roland Koch, Anke von Appen und Franziska Jens zu den 32 Jugendlichen aus Deutschland und Frankreich, die eine Woche lang die Croisette unsicher machen werden. „Es wäre schön, einen der Stars zu treffen“, sagt Franziska Jens. Vielleicht haben die Oranienburger tatsächlich die Chance, ihren Leinwandhelden einmal ganz nah zu sein. „Wir sollen Abendgarderobe mitbringen“, liest Lehrerin Annegret Wildgrube aus der Einladung vor. Nach ihrem Acht-Stunden-Tag werden die Schüler den einen oder anderen Film beim großen Festival sehen können. Neben schwarzem Anzug oder Abendkleid sind gute Französischkenntnisse und eine gewisse Filmbegeisterung für die Nachwuchskritiker unverzichtbar. Franziska Jens zum Beispiel fährt regelmäßig ins Kino nach Berlin oder holt sich die neuesten DVDs aus der Videothek. „Es macht Spaß, in eine andere Welt abzutauchen“, sagt sie. Apropos abtauchen: Auch wenn das Wasser noch nicht die ideale Badetemperatur hat, wollen sich die Schüler den Sprung ins Mittelmeer nicht nehmen lassen. „Ich gehe auf jeden Fall ins Wasser“, sagt Anke von Appen. Wie die anderen freut sich auch Christian Kosslitz auf die Côte d’Azur. „Das sind angenehme Arbeitsbedingungen“, sagt er und lächelt. Das Hotel, in dem die jungen Filmkritiker untergebracht sind, liegt direkt am Strand. (Von Matthias Gabriel)
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