|
Die Torhorst-Gesamtschule wurde 1982 als polytechnische Oberschule der DDR mit erweitertem Russischunterricht gegründet und im Jahre 1991 im Zuge der Schulreform in der Nachwendezeit zur Gesamtschule umstrukturiert. Seit 1994 existiert unsere Schule als Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe und hat sich als solche etabliert, denn viele Eltern entscheiden sich gemeinsam mit ihrem Kind ganz bewusst für den Weg zum Abitur auf der Torhorst-Gesamtschule, denn durch kleinere Lerngruppen in den leistungsdifferenzierten Kursen, individuelle Förderung sowie durch das soziale Grundkonzept der Gesamtschule bietet sie auch für so genannte „Spätstarter“ die Möglichkeit, den für sie optimalen Schulabschluss zu erringen.
So verlassen seit 10 Jahren junge Menschen unsere Schule mit dem Abitur, die dies zu Beginn der 7. Klasse nicht für möglich gehalten hätten und schlagen erfolgreiche Berufswege ein. Insgesamt waren das bislang mehr als 500 Schüler, die inzwischen als Ingenieur, Designer, Landschaftsgestalter, Physiker, Informatiker, Musiker oder als Beamte verschiedenster staatlicher Institutionen, im Gesundheitswesen etc. arbeiten oder an den Universitäten Deutschlands und Europas studieren bzw. die Lehrstellen ihrer Wunschvorstellungen bekommen haben.
Mit Stolz können wir also auf die letzten Jahre an unserer Schule zurückblicken. Dennoch darf es keinen Stillstand geben und so hat sich das Kollegium unserer Schule auf die Suche nach innovativen Ideen für unsere Schulzukunft in der Stadt Oranienburg begeben.
Bereits im Jahre 2002 gründete sich an unserer Schule eine Schulentwicklungsgruppe, die sich aus den Kollegen Frau Jurat, Frau Witthuhn, Frau Reichenbach, Frau Kroschel, Frau Wunder, Frau Brüssow sowie Herrn Gottschalk zusammensetzte und es sich zum Ziel machte, die unterrichtliche Arbeit zu effektivieren .
Die Schule als Lern- und Arbeitsort muss so gestaltet werden, dass Lernen Spaß bereitet, dass fächerübergreifender Unterricht kein leeres Wort bleibt, dass unsere Schüler über Lernmethoden verfügen, die ihnen einen Weg zur Autonomie eröffnen.
Das damalige Ziel „Methoden lernen“ ist inzwischen zu einem festen Bestandteil unserer Arbeit geworden. Jährlich trainieren wir im Unterricht und in einer speziellen Methodenwoche Techniken des Lernens, Kommunizierens sowie der Teamarbeit, um so dem neuen Zeitgeist und den Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt zu entsprechen.
Mit der Gründung einer „Steuergruppe“ zur Erarbeitung unseres Schulprogramms setzte sich die Arbeit zur unterrichtlichen, pädagogischen und organisatorischen Strukturierung unserer Arbeit an der Torhorst-Gesamtschule fort.
Eine schulinterne Erhebung im Schuljahr 2005/06 unter den Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern zur Qualität der Lehr- und Lernprozesse, zum sozialen Klima und den allgemeinen Schulbedingungen ergab zwar eine überwiegende Zufriedenheit aller befragten Gruppen bezüglich
- der Qualität des Unterrichts,
- des Schulklimas und
- der Arbeitsbedingungen an unserer Schule,
aber auch kritische Stimmen zu festgefahrenen Strukturen waren zu vernehmen. Unter anderem wurde ein zu geringer Anteil von praxisorientiertem Unterricht bemängelt. Außerdem stand bei den Schülern die Kritik an zu vollen Klassen sowie der fehlende Raum für die Erledigung von Selbststudienaufgaben bzw. Hausaufgaben im Blickfeld.
Bei der Befragung standen zur Feststellung der Qualität des Unterrichts unter anderem der
- Praxisbezug,
- die Methodenvielfalt,
- die Möglichkeit selbständigen Arbeitens,
- die Teamarbeit und
- der fachliche Anspruch im Mittelpunkt der Erhebung.
1/4 der Befragten zeigten sich sehr zufrieden, alle weiteren Befragten äußerten Zufriedenheit.
Schulklima und Arbeitsbedingungen wurden am gemeinsamen Umgang miteinander, an Schultraditionen bezüglich von Wettbewerben und Festen, am äußeren Umfeld wie Ausstattung des Schulhauses etc. gemessen.
Auch hier dominierte der Stolz auf bisher Erreichtes. Die Schüler nahmen insbesondere positiv
- die Gestaltung der Klassenräume und Flure als „so genannte dritte Pädagogen“,
- sowie die Pflege von Traditionen wahr.
Von den befragten Eltern erhielten wir unter anderem folgende Anregungen:
- Forderung nach Methodenvielfalt im Unterricht
- Forderung nach konsequentem pädagogischen Handeln
- bessere Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus
- sowie thematisch geplante Wandertage.
Nach 13 gemeinsamen Arbeitsjahren gilt es, sich auf neue Wege zu begeben, Betriebsblindheit abzuwähren, neue Ziele abzustecken. Veränderung mag einerseits verunsichern, aber sie kann auch beflügeln und ungeahnte Kraftreserven freisetzen.
Deshalb wollen wir uns auf den Weg machen, indem wir an Bewährtem anknüpfen, aber auch neue Leitlinien für unser pädagogisches Handeln finden, um für alle an unserer Schule am Lehr- und Lernprozess Beteiligten die im Rahmen der technischen und personellen Möglichkeiten optimale Bedingungen zu schaffen.
|